Fast alle, die mit Semaglutid beginnen, merken etwas im Magen. Das ist zu erwarten, denn der gesamte Wirkmechanismus beruht darauf, dass sich der Magen langsamer entleert und die Sättigungssignale verstärkt werden. Die Frage ist, was normal ist und was nicht.
Das ist häufig
Magen-Darm-Beschwerden bestimmen das Nebenwirkungsprofil. In klinischen Studien berichtete ein großer Teil der Teilnehmenden über eines der folgenden Symptome:
- Übelkeit, die häufigste Nebenwirkung, betrifft mehr als 1 von 10
- Verstopfung oder Durchfall, oft im Wechsel
- Aufstoßen und Sodbrennen
- Verminderter Appetit, was ja genau der Sinn ist, aber auch zu viel werden kann
- Müdigkeit in den ersten Wochen
Das meiste tritt auf, wenn du die Dosis erhöhst, und legt sich innerhalb von ein bis zwei Wochen. Wird es nicht besser, ist das ein Zeichen, dass du zu schnell gesteigert hast.
So verringerst du die Beschwerden
Das Wichtigste ist, die Dosissteigerung nicht zu überstürzen. Fast jede Übelkeit, die Menschen zum Abbruch bringt, entsteht, weil die Dosis erhöht wurde, bevor sich der Körper daran gewöhnen konnte. Bleib zwei bis vier Wochen länger auf derselben Dosis, wenn die Beschwerden nicht nachgelassen haben. Es bringt nichts, die Zieldosis möglichst schnell zu erreichen.
Außerdem:
- Iss kleinere Portionen und hör auf, bevor du satt bist, denn dein Magen entleert sich langsamer als gewohnt
- Reduziere Fettiges und Frittiertes an den Tagen, an denen es sich am schlimmsten anfühlt
- Trink ausreichend Wasser, besonders bei Verstopfung
- Spritz abends, wenn dich die Übelkeit tagsüber stört
Das ist nicht normal - such ärztliche Hilfe
Such ärztliche Hilfe, wenn du Folgendes bemerkst:
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen, besonders mit Erbrechen, das kann eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sein
- Erbrechen, das nicht aufhört, oder Anzeichen von Austrocknung
- Gelbliche Haut oder gelbe Augäpfel oder Schmerzen rechts im Oberbauch, das können Gallensteine sein
- Sehveränderungen, wenn du Diabetes hast
- Starke Unterzuckerung, wenn du gleichzeitig Insulin oder Sulfonylharnstoffe nimmst
Bei akuten Beschwerden wähle 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
Wer darauf verzichten sollte
Semaglutid solltest du nicht anwenden, wenn du ein medulläres Schilddrüsenkarzinom hast oder hattest, MEN2 in der Familie vorkommt, du schon einmal eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hattest oder du schwanger bist oder stillst. Wenn du Diabetes, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hast oder Insulin spritzt, sprich vor dem Start mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Was passiert, wenn du aufhörst
Der Appetit kommt zurück. Studien zu Semaglutid zeigen, dass ein großer Teil des Gewichts innerhalb eines Jahres nach Behandlungsende zurückkehrt, wenn sich in der Zwischenzeit keine Gewohnheiten geändert haben. Deshalb ist die Behandlung am sinnvollsten als Unterstützung, während du Ernährung und Alltag umstellst, und nicht als alleinige Maßnahme.
Praktisches zum Mischen, Dosieren und Steigern findest du in unserer Anleitung. Wenn du die Wirkstoffe vergleichen willst, lies unseren Überblick über die Unterschiede.
Die Informationen auf dieser Seite sind allgemeiner Natur und ersetzen keine medizinische Beratung. Wir sind kein medizinisches Fachpersonal. Sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, bevor du eine Behandlung beginnst, besonders wenn du eine bekannte Erkrankung hast oder andere Medikamente nimmst. Bei akuten Beschwerden wähle 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.